Hauptgebäude des Archäologischen Museums in Danzig – Haus der Naturforschenden Gesellschaft

Lokalität würdig eines Hauptsitzes

Den Hauptsitz des Archäologischen Museums in Danzig befindet sich in der Straße Mariacka 25/26, in einem der größten und repräsentativsten Bürgerhäuser in Danzig, bekannt als Haus der Naturforschenden Gesellschaft.

Die Entstehungsgeschichte des Bürgerhauses

Das Bürgerhaus wurde wahrscheinlich nach dem Entwurf von Anton van Obberghen in den Jahren 1597–1599 errichtet – im Auftrag des Kaufmanns Hans Köpe. Zuerst war das Gebäude eine Kombination eines Wohn- und Lagerhauses, mit einer zur Mottlau hin zeigenden Fassade, die mit einem in Danzig – eher seltenen – mehrstöckigen Erker (ein vorspringender Anbau an der Fassade des Gebäudes), gekrönt und mit einem doppelten Giebel geschmückt wurde.

Einzigartiges Bauwerk

Charakteristisch für das Bürgerhaus ist die 30 Meter hohe Fassade. Ihre größte Zierde ist aber was ganz anderes – es ist ein schlankes, 36 Meter hohes Türmchen, das ein Treppenhaus beherbergt. Es ist in die Ecke zwischen der Nordfassade und dem Marientor eingezwängt. Das Türmchen wird von einer schönen manieristischen Kuppel gekrönt. Es ist aber nicht das Ende der architektonischen Attraktionen. An der Mariacka Straße, gleich neben den Eingang in das Gebäude, befindet sich ein charakteristischer hoher Anschlag, welcher zusätzlich mit Steinplatten geschmückt wurde. Darauf wurden Frauengestalten, die Personifizierungen der Wissenschaften sind, gemeißelt: Astronomie, Geographie, Medizin und Natur.

Woher kommt der Name „Haus der Naturforschenden Gesellschaft“?

Das Bürgerhaus verdankt seinen Namen der Tatsache, dass es seit 1846 der Stammsitz der Danziger Naturforschenden Gesellschaft war. Es ist interessant, dass der Gründer der Gesellschaft (sie entstand 1743) der berühmte Forscher, Daniel Gralath war – späterer Bürgermeister von Danzig. In dem neuen Stammsitz, also im jetzigen Bürgerhaus, hatte die Gesellschaft Sitzungssäle, Forschungsräume, ein kleines Museum und eine Bibliothek mit ca. 20 Tausend Büchern eingerichtet. Die Innenräume waren mit Porträts von Gelehrten, u.a. Nikolaus Kopernikus, Mathias Nathanael Wolff, Daniel Gralath und mit einer Büste von Johannes Hevelius – einer Gabe des polnischen Königs Stanislaus August Poniatowski – geschmückt. Im Jahr 1866 wurde im Turm eine Sternwarte eingerichtet (die Schmuckkuppel wurde damals für einige Zeit durch eine Drehkuppel ersetzt).

Das Museum adaptiert das Bürgerhaus für seinen Sitz

Das Bürgerhaus hat während des Zweiten Weltkrieges sehr gelitten – vom gesamten Gebäude ist lediglich die Frontfassade mit dem Turm erhalten geblieben. Es wurde in den Jahren 1956–1961 nach Entwurf von Kazimierz Macur für das neu entstandene Archäologische Museum aufgebaut - in der Form, die der ursprünglichen sehr ähnlich war.

Was finden wir heute in seinem Inneren?

Heute befinden sich in den drei ersten Stockwerken des Hauses der Naturforschenden Gesellschaft und in dem anliegenden Hinterhaus, Dauerausstellungen zum Thema der Urgeschichte von Pommern. In den weiteren drei Stockwerken und in dem an das Haus anliegenden Marientor finden wir Büros und die Museumswerkstätten.

Unsere Ausstellungen

„Urgeschichte von Danziger Pommern“ – die Ausstellung präsentiert die älteste Geschichte von Danziger Pommern und ist die wichtigste Dauerausstellung des Museums. Sie bringt den eigenartigen und spezifischen Charakter der örtlichen Urgesellschaften näher

„Mit Bernstein über die Jahrtausende“ – die Ausstellung besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil betrifft das Vorkommen von Bernstein in der Natur - es werden dort die Themen der Herkunft des Bernsteins, seiner Vorkommen, Identifikation und Arten behandelt. Der zweite Teil wird dem Bernstein in der Kultur gewidmet - dort werden historische Bernsteinstücke präsentiert und Gegenstände im Zusammenhang mit der sich auf den polnischen Gebieten entwickelnden Bernsteinkunst gezeigt.

„Krankheiten der ursprünglichen Bevölkerung auf den polnischen Gebieten“ – das Ziel dieser Ausstellung ist es, dem Besucher die Problematik im Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand unserer Vorfahren näherzubringen. Die in der Ausstellung gezeigten Exponate stellen verschiedene Krankheitserscheinungsbilder und Läsionen von der Jungsteinzeit bis in das Mittelalter dar.

„1000 Jahre Danzig in Hinblick auf die Ausgrabungen“ – diese Ausstellung zeigt die 1000-jährige Geschichte von Danzig auf der Grundlage der Ausgrabungen.

„Geheimnisse des Niltals. Sudan. Archäologie und Ethnographie“ – das ist eine Ausstellung, die uns die Ergebnisse von jahrelangen archäologischen Forschungen präsentiert, welche im Niltal – Sudan durchgeführt wurden. Somit werden wir in eine exotische und geheimnisvolle Welt des Ur-Nubiens eingeführt.